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Heutzutage werden unter dem Begriff „Naturheilverfahren“
unterschiedlichste Methoden zusammengefasst, die für sich in der Regel
Eigenschaften wie naturnah, gut verträglich, ganzheitlich und ähnliches in
Anspruch nehmen. Es sind nicht nur traditionelle Heilverfahren aus unserem
eigenen Kulturkreis, wie Phytotherapie, Wasserbehandlung (Kneipp), Homöopathie
(Hahnemann), Bewegungstherapie, Diätetik (Mayr, Brenner, Schrot), Neuraltherapie (Hunecke)
sondern auch viele Heilmethoden aus anderen Kulturkreisen wie die Akupunktur, chinesische
Kräuterheilkunde, Bewegungsübungen wie Qi-Gong, Tai Qi, Ayurvedische Medizin
und vieles mehr.
Ein entscheidender Unterschied zwischen Naturheilverfahren und Schulmedizin besteht im Therapieansatz:
Die naturheilkundlichen Verfahren wollen durch Unterstützung der körpereigenen Kräfte ein gesundes Gleichgewicht
der Regelsysteme des Menschen wieder herstellen - schulmedizinische Verfahren durch Entfernung (z.B. OP),
Ersatz (z.B. Insulingabe beim Diabetes), Gegensteuerung (z.B. medikamentöse Bluthochdruckbehandlung)
oder Abtötung (Antibiotika, Virostatika, Zytostatika) einen normgerechten Funktionszustand erreichen.
Daraus wird klar, das die Naturheilkunde eine grundsätzliche Regulationsfähigkeit voraussetzt. Wo diese gar nicht mehr
gegeben ist (Notfallmedizin, schwere Verletzungen, schwere Krebserkrankungen et c.), sind die Möglichkeiten der
Naturheilverfahren sehr eingeschränkt. In diesen Bereichen konnte schon vielen Menschen durch unsere hochentwickelte
Schulmedizin geholfen werden!
Konfliktstoff entsteht dadurch, dass die Naturheilkunde der Schulmedizin
gegenüber gestellt wird. Hier tauchen dann Begriffe wie Komplementärmedizin
und Alternativmedizin auf. Meiner Ansicht nach ist die Trennung Schulmedizin
und Naturheilkunde längst überholt. Bei meiner täglichen Arbeit integriere ich
ganz selbstverständlich, wie viele andere gut ausgebildete Schulmediziner auch,
naturheilkundliche und schulmedizinische Verfahren. Übrigens wird Naturheilkunde
heute den Studenten auch an den Universitäten im Rahmen des regulären
Medizinstudiums gelehrt.
Selbstverständlich muss jede Therapie, sei es „naturheilkundlich“,
oder „schulmedizinisch“ kritisch geprüft werden. Aber nicht nur im
Hinblick auf ihre Effizienz und Effektivität für den statistischen
Durchschnittsmenschen, sondern ganz besonders darauf, ob sie für den einen
Betroffenen, den es jetzt zu behandeln gilt, die angemessene Methode ist.
Hier sehe ich eine große Stärke der Naturheilkunde, denn die meisten Verfahren
sind sehr an den Bedürfnissen des einzelnen Patienten orientiert.
Allgemein gilt die Naturheilkunde als harmlos und nebenwirkungsfrei.
In vielen Bereichen trifft das auch zu. Die hier zugelassenen pflanzlichen
Medikamente (Phytotherapeutika) weisen oft eine größere Verträglichkeit und
eine größere therapeutische Breite auf, als manche chemisch definierten
Medikamente zur Behandlung der gleichen Erkrankungen. Hier wird meines
Erachtens von der Naturheilkunde der medizinische Leitsatz „nihil nocere
“ (nicht schaden) in lobenswerter Weise vertreten.
Allerdings ist nicht alles Naturheilkundliche auch wirklich harmlos.
Bestimmte Körpertherapien, chirotherapeutische Handgriffe, neuraltherapeutische
Injektionen, bestimmte selten verwendete Akupunkturpunkte und auch einige
pflanzliche Präparate (man denke nur an den Fingerhut = Digitalis)können
durchaus erhebliche Risiken und Nebenwirkungen bergen. Der seriöse
naturheilkundliche Therapeut wird selbstverständlich darauf hinweisen.
Für mich persönlich ist die Naturheilverfahren eine wunderbare Ergänzung meines
schulmedzinischen „Werkzeugkastens“. Es gibt Menschen und
Situationen bei denen eine mehr an naturheilkundlichen Aspekten ausgerichtete
Behandlung erfolgversprechend ist. In anderen Fällen ist eine umfassende
schulmedizinische Therapie notwendig. Dies zu unterscheiden ist wohl die Kunst
der ärztlichen Tätigkeit und ich bemühe mich darum, hier immer wieder neu hinzu
zu lernen.
Im Vordergrund für den Betroffenen steht meines Erachtens nicht, welche Therapie
in einer Studie statistisch im Durchschnitt am erfolgreichsten erscheint,
sondern was in genau diesem Fall, für genau diesen betroffenen Menschen, der
beste Weg ist.
Nachfolgend will ich ihnen aus der Vielfalt der naturheilkundlichen Verfahren
nochmal eine kurze Auswahl der Gebräuchlichsten geben.Zu einigen Punkten habe ich
informative Links angegeben
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